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Warum Brazilian Jiu Jitsu keine UFC-Champions mehr hervorbringt
07.03.2025
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Brazilian Jiu Jitsu erfreut sich in der Welt der Kampfkunstarten – insbesondere in der Selbstverteidigung – einer grossen Beliebtheit. Weiterhin hatten die meisten Champions, die an UFC-Wettkämpfen teilnahmen, eine BJJ Ausbildung hinter sich. Im Laufe der Zeit ist die Anzahl der Sieger, die BJJ praktizieren, jedoch geschrumpft. Deshalb kommt die Frage auf: Warum bringt der Brazilian Jiu Jitsu keine UFC-Champions mehr hervor?

Die wahre Geschichte, die hinter der Gründung des UFC steckt

Wer die Geschichte des MMA und des UFC eindringlich betrachtet, stellt fest, dass das UFC gegründet wurde, um die Effektivität des BJJ zu veranschaulichen. Das Ziel bestand darin, zu demonstrieren, wie sich das Braziian Jiu Jitsu in einem echten Kampf, der ohne Regeln stattfindet, anwenden lässt. Zudem verfolgte der Verband UFC die Absicht mithilfe der Kämpfe aufzuzeigen, welche Kampfkunst dominiert.

Royce Gracie, der BJJ trainierte, ging als Sieger aus diesen Kämpfen hervor, obwohl seine Gegner ihm körperlich überlegen waren. Er bewies, dass es auf die technischen Fähigkeiten und keineswegs auf die körperliche Masse ankommt. In einem direkten Vergleich mit all den anderen Kampfkunststilen, wie Karate, Wrestling, Kickboxen oder Sambo, errang das Brazilian Jiu Jitsu immer wieder einen Platz in den Top-Rängen.

Dank des UFC erlangte das Brazilian Jiu Jitsu eine weltweite Popularität. Infolgedessen fand jedoch eine Umstrukturierung im Jiu Jitsu Sport statt. Tritte und Schläge waren nicht mehr gestattet, weshalb sich diese Art des Jiu Jitsu von dem ursprünglichen BJJ zunehmend entfernte. Ausserdem war es in den Wettkämpfen nicht mehr erlaubt, für einen längeren Zeitraum auf dem Boden zu verweilen. Stattdessen wurden die Kämpfe im Stand ausgetragen. Im Zuge dessen verwies nach und nach das Wrestling Jiu Jitsu des Thrones.

Warum etablierte sich das Wrestling zu einer führenden Kampfkunstart?

Die Einteilung in unterschiedliche Gewichtsklassen hat einen entscheidenden Beitrag zur Beliebtheit des Wrestlings beigetragen. Es ist einfacher, gegen eine Person zu kämpfen, die ähnliche physische Merkmale aufweist. Des Weiteren gingen die Kämpfer dieses Kampfstils oftmals als Sieger aus einem Wettkampf hervor, da sie Techniken, die zur Kampfaufgabe führen, nutzten. Dazu zählen insbesondere Hebel- oder Würgetechniken. Sowohl die Wrestler als auch die Kickboxer lernten Jiu Jitsu.

Ein weiterer Grund, weshalb Wrestler überwiegend siegten, bestand darin, dass sie sich auf Techniken, die sie für den Bodenkampf im MMA benötigten, spezialisierten. Um einen Kampf zu gewinnen, müssen die Kämpfer eine bestimmte Anzahl von Punkten erreichen. Wer jedoch seinem Angreifer den Rücken zudrehte, zögerte das Kampfende effektiv heraus. Denn ein Haltegriff ist in dieser Position für den Angreifer schwer möglich. Obendrein sind Schläge und Tritte auf dem Rücken verboten. Dadurch haben auch BJJ-ler angefangen, ihren Partnern den Rücken zuzudrehen.

Sie entwickelten neue Strategien, um die Guard- und Halfguard-Stellung zu nutzen. Dabei zeigt das Gesicht – ohne jegliche Deckung – zum Angreifer. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Techniken von den Fähigkeiten, die im Gracie Jiu Jitsu dominieren. Dabei gilt im BJJ ein wichtiger Grundsatz, den Kampfkünstler befolgen müssen, um nicht kampfunfähig gemacht zu werden. Sie müssen ihren Fuss auf die Hüfte des Angreifers legen. Auf diese Weise kreieren sie die notwendige Distanz. Ferner drehen sie ihrem Gegner nicht den Rücken zu. Aufgrund der Unterschiede etablierte sich die Frage, worin sich Kampfsportarten von Kampfkünsten unterscheiden.

Worin liegt der Unterschied zwischen Wettkampfsportarten und Kampfkünsten, die Selbstverteidigung lehren?

In den Wettkampfsportarten drehen die Kämpfer immer wieder ihrem Angreifer den Rücken zu. Die Selbstverteidigung hingegen gestattet diesen gefährlichen Schachzug nicht. Im BJJ lässt sich dadurch der Gegner mit einem Schlag auf den Rücken oder Kopf ausser Gefecht setzen, indem er bewusstlos wird. Bei einem Wettkampf im MMA oder Wrestling sind solche Schläge strengstens verboten.

Sowohl in Judo- als auch in MMA-Wettkämpfen drehen Kämpfer in manchen Situationen ihrem Angreifer bewusst den Hinterkopf zu, da sie wissen, dass sie mit dieser Bewegung gewinnen. Denn der Schiedsrichter ruft „Mate” und dadurch erlöst er sie aus der Situation. Sie ändern ihre Position und setzen den Kampf fort.

In der Selbstverteidigung existiert jedoch kein Schiedsrichter, der zugunsten der Person, die ihrem Gegner den Rücken zudreht, entscheidet. Das ist ein bedeutender Unterschied im Hinblick auf den Bodenkampf zwischen dem Gracie Jiu Jitsu und dem Judo. Allerdings haben aufgrund des Punktesystems, das in Wettkämpfen herrscht, im Laufe der Zeit auch Jiu-Jitsu-Kämpfer begonnen, sich von ihrem Angreifer wegzudrehen.

Ist jeder Sportler in der Lage, sich selbst zu verteidigen?

Im Zuge dessen kommt oft die Frage auf: Kann sich etwa ein MMA-Kämpfer in der Kunst der Selbstverteidigung auf der Strasse nicht behaupten? Hat er im Vergleich zu einem Jiu-Jitsu-Kämpfer keine Vorteile? An dieser Stelle ist es wichtig anzumerken: Es geht nicht um Menschen, sondern um deren Fähigkeiten. Das ist ein grosser Unterschied, der auf den ersten Blick harmlos erscheint.

Eine Person, die körperlich stark ist, hat durchaus Chancen, einen Kampf auf der Strasse zu gewinnen. Allerdings hängt das von der Situation ab. Dasselbe trifft auf Rugby-Spieler zu: Sie bringen bessere Voraussetzungen mit, einen Kampf zu gewinnen, als eine Person, die kein Rugby spielt. Bedeutet das, dass Rugby Selbstverteidigung repräsentiert? Nur, weil eine Person sportlich ist, heisst das noch lange nicht, dass diese Fähigkeiten für die Anwendung der Selbstverteidigung ausreichen.

Sportler haben zwar die Chance, sich zu verteidigen. Allerdings besteht auch bei ihnen die Gefahr, dass sie von einem Angriff überrascht werden. Das liegt daran, dass sie kein Training besuchen und Techniken der Selbstverteidigung für Überraschungsangriffe erlernen. Im Gracie Jiu Jitsu machen diese Selbstverteidigungstechniken einen wichtigen Teil des Trainings aus. Ein Sportler, den überraschenderweise ein Faustschlag auf das Kinn trifft, kann bewusstlos umfallen. Durch dieses Knock-Out ist der Kampf unmittelbar beendet. Deshalb liegt in der Selbstverteidigung und im Gracie Jiu Jitsu der Fokus auf den Fähigkeiten, die ein Kampfkünstler ausbauen sollte.

Was sind die besten Voraussetzungen, die ein Kämpfer für den Erfolg in der Selbstverteidigung mitbringen muss?

Das Erlernen des Brazilian Jiu Jitsu stellt eine gute Basis dar, um sich in der Selbstverteidigung zu entwickeln. Kampfkünstler, die BJJ praktizieren, lernen unterschiedliche Strategien der Selbstverteidigung. Dabei spielen die verschiedenen Positionen und Guard-Stellungen eine wichtige Rolle. Kampfkünstler benötigen die Bereitschaft, Techniken zu erlernen. Sie sollten wissen, dass die physische Beschaffenheit eine untergeordnete Rolle spielt.

Wer gewinnt die meisten Kämpfe in den Wettkampfsportarten?

Aktuell gehen überwiegend, die Sambo trainieren, als Sieger aus den Kämpfen hervor. Diese Kampfkunst stellt russisches Jiu Jitsu dar. Sie tragen darüber hinaus ebenfalls Kimonos. Ferner sind Schlag- und Tritttechniken beim Sambo, analog zum Gracie Jiu Jitsu, erlaubt. Das Sambo ist aus dem Jiu Jitsu heraus entstanden. Eine genaue Analyse der Techniken bestätigt die Verbundenheit zwischen Sambo und Jiu Jitsu.