Grossmeister Carlos Gracie entwickelte die Gracie-Diät. Dabei handelt es sich um eine spezielle Ernährungsmethode, die genauso wie das BJJ, auch mehrere Jahrzehnte nach der Entstehung einer grossen Beliebtheit erfreut.
Die Geschichte der Gracie-Diät basiert auf dem Sprichwort: Lass deine Nahrung deine Medizin sein. Carlos Gracie orientierte sich an dieser Aussage als er die spezielle Ernährungsmethode, die sich bei Kampfkünstlern des Brazilian Jiu Jitsu einer grossen Popularität erfreut, entwickelte. Er gehörte zu denjenigen, die von der Wirkung der Lebensmittel auf den menschlichen Körper und Geist überzeugt waren. Laut ihm sollte die Ernährung die nachfolgenden drei Aufgaben erfüllen:
Als echter Beweis für den Erfolg der Gracie-Diät dient weniger bekannte Geschichte von Carlos Gracies erster Ehefrau namens Carmen. Diese erkrankte an Tuberkulose, die in der Regel tödlich endete. Früher wurden Tuberkulosepatienten isoliert. Sie durften darüber hinaus keinen Besuch empfangen. Infolgedessen beschloss Carlos, seine Ehefrau in einer Bergstadt in Brasilien zu bringen. Laut ihm sollte sie ihre letzten Lebenstage in einem Sanatorium verbringen. Es blieb jedoch nicht dabei. Er gab seiner Frau einen Kuss auf die Lippen. In dieser Zeit war diese Geste mit einer Tuberkulosepatienten einem Suizid gleich. Als ihn die Mitarbeiter des Sanatoriums darauf ansprachen, antwortete der Grossmeister des Gracie Jiu Jitsu, dass der immun gegen den Koch’schen Bazillus sei. Deshalb feierten ihn die Menschen als einen Helden.
Da er selbst unter einer schweren Migräne, aufgrund der er sich für mehrere Stunden in ein dunkles Zimmer legen musste, begriff der Grossmeister des Brazilian Jiu Jitsu, dass er etwas Grundlegendes ändern musste. Deshalb setzte er sich intensiver mit den Worten des griechischen Philosophen Hippokrates Lass deine Nahrung deine Medizin sein, auseinander.
Sein Wissensdurst war gross, weshalb der Meister der Selbstverteidigung, Bücher, die sich mit dieser Thematik befassten, nahezu verschlang. Doch als Kampfkünstler war er sich darüber im Klaren, wie erfolgslos das Lesen bleibt, wenn man sich nicht die wichtigsten Inhalte herausschreibt. Deshalb arbeitete er daran, sein Wissen über die Nahrung als Medizin kontinuierlich zu erweitern, um daraus eine wissenschaftliche Arbeit zu machen. Er entwickelte auf diese Weise die Gracie-Diät. Seine Gesundheitsprobleme verschwanden im Laufe der Zeit und er mauserte sich zu einem sportlichen, jungen Mann.
In der Kampfkunst – und insbesondere im Gracie Jiu Jitsu – arbeiten Kampfkünstler stets daran, sich weiterzuentwickeln. Somit blieb es bei Carlos Gracie nicht nur bei einem Zusammentragen der Ernährungsweisheiten. Stattdessen setzte er sich daran, die Effizienz seiner Methode zu beweisen. Deshalb lehrte er seine Nachkommen – Kinder, Neffen und Enkelkinder – wie wichtig es ist, den Körper mit guten Nahrungsmitteln zu versorgen.
Dank dieser Änderung änderte sich der bisherige Biotyp seiner Familie. Was bedeutet das genau? Seine Nachkommen überragten ihn. Sie wurden grösser als 1,70 Meter und waren auch schwerer als 90 Kilogramm.
Wie lautet das Prinzip der erfolgreichen Gracie-Diät? Das Geheimnis besteht darin, den eigenen Körper nicht zu vergiften. Auf diese Weise wird er nicht krank. Das trifft vor allem dann zu, wenn eine richtige Kombination der Lebensmittel erfolgt. Dabei besteht das Hauptziel darin, den pH-Wert der Mahlzeiten neutral zu halten. Zudem ist es notwendig, die Nahrungsmittelsubstanzen mithilfe einer richtigen Kombination auszugleichen.
Das Positive an der Gracie-Diät besteht darin, dass es die Bedürfnisse sämtlicher Personen erfüllt. Das Gleichgewicht der Ernährungsweise verlangt jedoch, keine Vermischung von Zucker, Fett, Getreide sowie sauren Lebensmitteln. Darüber hinaus ist es wichtig, Mahlzeiten in einem Mindestabstand von vier Stunden zu geniessen. Der Magen sollte leer sein, ehe die Einnahme einer weiteren Mahlzeit erfolgt.
Nicht nur mit der festen Nahrung, sondern auch mit Tees befasste sich Carlos Gracie. Fasziniert suchte er nach Nahrungsergänzungen, die in der Lage waren, Krankheiten zu kurieren. Er betrachtete den Menschlichen Körper als eine Maschine, deren Blut als Öl fungiert. Und wenn das Blut rein ist, erfüllt die Maschine wohlwollend ihren Zweck. Carlos Gracie Junior betont, dass das Ziel seines Vaters darin bestand, seine Kampfkünstler gesund zu halten.
Dabei legte der Grossmeister einen grossen Wert auf den Konsum von Obst. 50 Prozent der Ernährung machten bei der Gracie Familie das Obst aus.
Grossmeister Gracie war Vater von 21 Kindern und Grossvater von mehr als 50 Enkelkindern. Sein Bruder Hélio Gracie galt ebenso als Verfechter der These des Grossmeisters. Er erfreute sich stets einer guten Gesundheit. Zudem wies er darauf hin, dass es wichtig war, vor einem bevorstehenden Kampf, rotes Fleisch aus dem Ernährungsplan zu streichen.
Als Beweis diente der Kampf aus dem Jahre 1955. Hélio Gracie kämpfte drei Stunden und 40 Minuten gegen Waldemar Santana ohne Pause. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits 42 Jahre alt. Santana lediglich 24.
Zahlreiche wissenschaftliche Entdeckungen hat der Grossmeister bereits erläutert. Darunter fällt der positive Effekt von Carotin. Dabei handelt es sich um einen Nährstoff, der in orangenen Lebensmitteln vorkommt. Insbesondere in Papaya und Karotten ist Carotin vorhanden. Auch das Konzept der freien Radikale sowie der orthomolekularen Medizin arbeitete der Grossmeister heraus.
Seine Gewohnheit bestand ebenso darin, Açaí-Beeren, Wassermelonensaft sowie Kokosnusswasser zu trinken. Er betonte auch, wie wichtig es waren, ein Gleichgewicht zwischen Essgewohnheiten und Arbeit zu schaffen.
Grossmeister Gracie teilt die Ernährungsweise beispielsweise folgendermassen ein:
Das ist die Gruppe A der Gracie-Diät.
In der Gruppe B erwähnt der Grossmeister, welche Lebensmittel, nicht miteinander zu kombinieren sind. Gruppe C bezieht sich auf süsse Früchte und cremige Käsesorten. Sie lassen sich miteinander oder mit einem Lebensmittel aus der Gruppe B kombinieren.
Säurehaltige Früchte hingegen sollten nicht miteinander oder mit einem anderen Lebensmittel kombiniert werden. Gruppe E bezieht sich auf rohe Bananen und deren Kombinationsmöglichkeiten. Gruppe F bezieht sich auf Milch und Milchprodukte sowie deren Kombinationsmöglichkeiten.
Die Gracie-Diät erfreut sich nach wie vor einer grossen Beliebtheit, da sie in der Regel keine Lebensmittel verbietet, sondern auf einer gelungenen Kombination der verschiedenen Nahrungsmittel beruht.